2 Wege deines Gehirns bei Gefahr

Mrz 28, 2020Corona-Krise

Warum du keinen dieser Wege einschlagen solltest und welcher dritte Weg optimal für dich und alle anderen ist.

Wir sehen in den Reaktionen auf die Corona-Krise zwei Wege, die das Gehirn einschlägt, wenn Gefahr lauert:

Ein Weg ist Panik.

Das kann man schön sehen bei denen, die plötzlich tonnenweise Klopapier kaufen. Dabei ist Panik eigentlich eine gute Idee unseres Gehirns um uns zu schützen.

„Wenn der Säbelzahntiger kommt, wird das kontrollierende, kreative und soziale Denken gestoppt.“

Und wir reagieren, zum Beispiel mit Weglaufen. Oder wir tun plötzlich alles, um unser Revier zu verteidigen. Schuld daran ist ein durch Panik hervorgerufener Vorgang in unserem Frontalhirn – mein Lieblingsgehirnteil. Hier findet das soziale und kreative Denken statt.

Wenn wir in Panik geraten, funktionieren die Neuronen an dieser Stelle nicht mehr richtig und das kreative und soziale Denken zieht sich zurück in einen anderen Teil des Gehirns: dem Reptiliengehirn. Genau das sorgt dafür, dass wir Reviere verteidigen, kopflos weglaufen, nur an uns denken, Nahrung nur für uns allein besorgen und im Grunde wie ein Krokodil handeln: es geht einzig ums Überleben.

Dieser Vorgang, den die Natur und Evolution uns gegeben hat, ist total verständlich. Aber bringt dieser Weg uns auch heutzutage sinnvoll durch eine Krise?

Zum Glück sind unsere Gehirne auf der anderen Seite auch so veranlagt, dass möglichst alle Menschen, also unsere Spezies überlebt.

Wenn wir nun in Panik geraten und massig Nudelpakete kaufen, ist im schlimmsten Fall nicht genug für die Mitmenschen übrig. Das würde im Umkehrschluss unser gesamten Spezies schaden. Daher ist es nur mäßig klug in Panik zu geraten.

Schauen wir uns deshalb noch den zweiten Weg unseres Gehirns an, auf Gefahr zu reagieren:

Der zweite Weg ist Verleugnen.

Den Satz: „Ach, das ist doch alles nicht so schlimm, Corona ist ja nur eine Art Erkältung.“ hast du sicher auch schon irgendwo gehört. Hab Mitgefühl! Denn auch das ist nur ein Trick unseres Gehirns mit drohender Gefahr umzugehen: nämlich Energiesparen.

Veränderungen mag unser Gehirn nicht besonders und je weniger wir davon zulassen, desto weniger Energie verbraucht das Gehirn. Deshalb reden wir uns gern ein:

„Das ist doch alles gar nicht so schlimm, ich möchte mein Verhalten überhaupt nicht ändern, alles bleibt, wie es ist.“

Das spart eine Menge Ressourcen und sichert unser Überleben.

Trotz aller Energieersparnis ist auch diese Reaktion unseres Gehirn zu hinterfragen. Denn auch dieser Weg unseres Gehirn kann als Auswirkung haben, dass  viele Menschen sterben – wir also unserer Spezies massiv schaden.

Viele wechseln auch zwischen diesen beiden Wegen hin und her. Und vielleicht hast du dich auch auf einem dieser Wege wiedergefunden (oder sogar abwechselnd beiden Wegen) und gemerkt: In Panik zu verfallen oder zu verleugnen: beides sind keine besonders hilfreichen Strategie mit einer Krise umzugehen.

Was also tun, wenn diese natürlichen Reaktionen des Gehirn nicht mehr greifen?  

Das Geheimnis: Ein guter Mittelweg!

Dieser könnte so aussehen: Ein bisschen in Panik geraten, sodass es uns anschubst unser Verhalten an die neue Situation anzupassen. Und sich dabei immer wieder klar machen, dass auch Vieles gleich bleiben wird. Das sorgt dafür, dass wir in unserer Panik eben nicht aufhören mit unserem kreativen und sozialen Frontalhirn zu arbeiten, sondern weiter auch an unsere Mitmenschen denken.

Nun stellst Du dir vielleicht die Frage: „Das ist ja schön und gut und leichter gesagt als getan, aber wie schaffe ich das denn?“

Ein Ansatz ist zum Beispiel andere zum Gespräch einzuladen. Wenn du das Gefühl hast, du findest das alle Maßnahmen übertrieben, dann suche dir Menschen, die in Panik geraten. Der Austausch hilft dir, deine Veränderungsbereitschaft anzuschieben. Und deinem Gegenüber kann es helfen, seine Panik zu mildern. 
Und wenn du eher in Panik gerätst, dann suche dir jemanden, der das Ganze etwas gelassener sieht, damit dein soziales Frontalhirn weiter angesteuert wird.

So kommen wir nicht nur kreativer, sondern auch gemeinsam durch diese Krise.

Bleib frisch im Kopf!

Deine Jeannine

JeannineKaesler_Frischkopf

Hi, ich bin Jeannine

Gründerin von Frischkopf und Expertin für Kreativprozesse im Business.
Ich zeige dir, wie du mit Kreativitätstechniken dein kreatives Potential entfesselst, damit du  kreative Lösungen für dein Business entwickeln kannst.
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Was hat dir in der Corona-Krise am meisten zu schaffen gemacht? Was hat dir  geholfen, gelassen durch die Krise zu kommen? Auf welche kreativen Lösungen bist du für dich persönlich gekommen? Was hast du gelernt und mitgenommen? . Ich freue mich auf deine Kommentare! 

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